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Pressemitteilungen

  • Statement des Radentscheids Heidelberg zur Stellungnahme der Stadt Heidelberg 

    „Die Stadt erntet, ohne viel zu säen“   

    Klimabürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain hat am 12. Mai in einer Pressemitteilung zum Bürgerbegehren des Radentscheid Heidelberg Stellung genommen. Larissa Weigel, Vertrauensperson des Radentscheids Heidelberg erklärt dazu:  

    „Wir begrüßen, dass die Stadt Heidelberg die Forderungen des Radentscheids unterstützt und wünschen uns eine enge Zusammenarbeit bei deren Umsetzung. Unsere Forderungen gehen jedoch deutlich über die bisherige Radverkehrspolitik der Stadt hinaus: Weitermachen wie bisher ist keine Option. So besitzt die Stadt Heidelberg kein ganzheitliches Radverkehrskonzept, keine klaren Ausbauziele und keine Qualitätskriterien bei der Verkehrssicherheit. Dabei ist genau das wichtig, damit wir Radfahrenden bis 2030 die deutlichen Verbesserungen auf der Straße erleben, auf die wir schon so lange warten. Neben ausreichend Finanzmitteln und Planungsstellen braucht die Stadtverwaltung für den Ausbau des Radverkehrs einen klaren, überprüfbaren Rahmen. Sonst dauert es bis zur nächsten Fahrradstraße wieder fünf Jahre. Als Radentscheid wollen wir der Stadt Rückenwind geben, damit sie schnell zu pragmatischen Lösungen kommt.  

    Auch wir freuen uns über den hohen Anteil an Radfahrenden in Heidelberg. Doch erntet die Stadt hier, ohne viel zu säen. Bisher investiert die Stadt nur wenig in breite Radwege, sichere Kreuzungen und damit in die Verkehrssicherheit von Kindern und Senior:innen – pro Jahr und Person sind es sechs Euro, wie eine Studie der Universität Kassel ergab. Der Autoverkehr hingegen ist der Stadt derzeit 240 Euro pro Jahr und Person wert.  

    Nun hat die Stadt die Gelegenheit zu beweisen, dass es ihr beim Radverkehr ernst ist und dass sie den Willen vieler, vieler Menschen in ihrer Politik abbilden will. Wie viele Heidelberger:innen hinter den Forderungen des Radentscheids stehen, wollen wir mit dem Sammeln von Unterschriften deutlich machen. Dass die Stadt zu einer solch frühen Phase der Unterschriftensammlung rechtliche Bedenken äußert, ohne konkrete Punkte zu benennen, wundert uns. Die juristische Prüfung seitens der Stadt erfolgt in der Regel erst nach Einreichen des Bürgerbegehrens. Die inhaltlichen Forderungen sollten bei entsprechendem politischem Willen der Stadt und der angekündigten Zusammenarbeit ohnehin umgesetzt werden.” 

    Endlich rollen wir los! – Am Sonntag, den 16. Mai findet unsere erste Rad-Demo in Heidelberg statt. Los geht’s um 14 Uhr am Gadamer Platz in der Heidelberger Bahnstadt: https://radentscheid-heidelberg.de/raddemo/  

  • Pressemitteilung vom 16.03.2021

    “Eine 3-4 ist noch lange nicht gut”

    • Heidelberg erreicht beim Fahrradklima-Test Platz 3
    • Radentscheid Heidelberg gratuliert den Verantwortlichen und bewertet das Ergebnis
    • unBreite der Radwege, Fahrraddiebstahl und mangelnde Kontrolle von Falschparkenden sind größte Kritikpunkte

    Heidelberg, 16. März – Die Stadt Heidelberg hat beim Fahrradklima-Test des ADFC mit der Schulnote 3,53 abgeschnitten und verbessert sich in ihrer Größenordnung damit auf Platz 3. Anna-Lisa Kaltenbach, Vertrauensperson des Radentscheids Heidelberg, kommentiert das Ergebnis: “Wir gratulieren den Verantwortlichen in Stadtverwaltung, den Gemeinderät:innen und allen, die sich für den Radverkehr in Heidelberg einsetzen. Der dritte Platz bei den Großstädten unter 200.000 ist ein Erfolg. Er sollte aber über eines nicht hinwegtäuschen: Heidelberg hat noch einen weiten Weg vor sich, um von der autogerechten Stadt zu einer  menschenfreundlichen Stadt zu werden. Eine 3-4 ist noch lange nicht gut, reicht in Deutschland aber aus, um positiv beim Fahrradklima aufzufallen. Doch damit wird die Stadt Heidelberg ihrem eigenen Anspruch nicht gerecht, in Europa oder weltweit unter den klimafreundlichen Städten einen Spitzenplatz einzunehmen. Wer einmal in Amsterdam oder Kopenhagen Fahrrad gefahren ist, weiß, wie wirkliche Sicherheit für Radfahrende und Fußgänger:innen aussehen kann und wie viel mehr Lebensqualität für alle Menschen auch in Heidelberg möglich wäre.”

    Ergebnisse im Detail Besonders positiv bewerten die Befragten die für Radfahrende geöffneten Einbahnstraßen (Note 1,9), und dass “Jung und Alt” Fahrrad fahren (Note 2,3). Bei Menschen unter 70 Jahren ist das Fahrrad schließlich Hauptverkehrsmittel. Ähnlich gut wird die Erreichbarkeit des Stadtzentrums beurteilt (2,4). Ebenfalls positiv bewerten Radfahrende in Heidelberg das Angebot öffentlicher Fahrräder (2,3).
    Die schlechtesten Werte hingegen erhält die Stadt bei der Kontrolle von Falschparkenden auf Radwegen (mit 4,5) und bei der Breite der Radwege (4,7). “Als Radentscheid fordern wir ein durchgängiges und sicheres Netz von Radwegen, die mindestens 2,3 Meter breit sind”, erklärt Kaltenbach.
    Fahrraddiebstahl wird außerdem als großes Problem gesehen (4,4). “Radfahrenden fehlt in Heidelberg häufig die Möglichkeit, ihr Fahrrad diebstahlsicher und wettergeschützt abzustellen. Wir fordern daher, ab 2022 jährlich 600 neue Fahrradparkplätze zu schaffen. Davon sollen mindestens 50 Prozent besonderen Diebstahlschutz und weitere 20 Prozent ausreichend Raum für Kinderanhänger und Lastenräder bieten”, sagt Kaltenbach.

    Zum Fahrradklima-Test
    Alle zwei Jahre führt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club den Fahrradklima-Test als bundesweite Erhebung zum Fahrradklima in den Kommunen durch. Die Datenbasis ist eine Befragung von Bürger:innen zur Situation vor Ort. In Heidelberg beteiligten sich 960 Menschen an der Umfrage. Weitere Informationen finden sich unter fahrradklima-test.de

    Über den Radentscheid Heidelberg
    Der Radentscheid Heidelberg strebt ein Bürgerbegehren zur städtischen Radverkehrspolitik an und verwendet zudem weitere Instrumente der direkten Demokratie, um den Bürgerwillen für bessere und sichere Fahrradwege ins Rathaus zu bringen.
    Im Mittelpunkt der Radentscheid-Forderungen steht ein durchgängiges und sicheres Netz für den Alltags-Radverkehr, verbunden mit festen Qualitätskriterien und Ausbauzielen. Die zehn Forderungen für ein lebenswertes, kinderfreundliches und klimagerechtes Heidelberg finden Sie unter: https://radentscheid-heidelberg.de/ziele/.

  • Pressemitteilung vom 01.02.2021

    Radentscheid Heidelberg fordert lebenswerte, kinderfreundliche und klimagerechte Stadt

    • Neues Bündnis stellt zehn Forderungen zum Radverkehr vor
    • Mehr als 100 Teilnehmende verfolgen Kampagnen-Start des Radentscheids Heidelberg in der Video-Konferenz
    • Ab April will das Bündnis Unterschriften sammeln für eine neue Radverkehrspolitik in Heidelberg

    Heidelberg, 1. Februar – Neun Monate hatten sie auf diesen Tag hingearbeitet. Am vergangenen Samstag präsentierten die Aktiven des Radentscheids Heidelberg nun ihre zehn Forderungen für eine “lebenswerte, kinderfreundliche und klimagerechte Stadt” erstmals der Öffentlichkeit – und zwar in einer Online-Konferenz. Über 100 Teilnehmende hatten sich in die Zoom-Konferenz oder auf Youtube eingeschaltet um zu erfahren, wie der parteiunabhängige Radentscheid die Stadt fahrradfreundlicher machen will. Ab April soll das Radverkehrs-Programm den Heidelberg:innen zur Unterschrift und im September zur Abstimmung vorgelegt werden.

    Stadt soll pro Jahr zehn Kilometer Qualitäts-Radwege bauen

    Im Mittelpunkt der Radentscheid-Forderungen steht ein durchgängiges und sicheres Netz für den Alltags-Radverkehr, verbunden mit festen Qualitätskriterien und Ausbauzielen. “Bisher gibt es in Heidelberg kein Gesamtkonzept für den Radverkehr. Als Radentscheid wollen wir dafür sorgen, dass die Stadt Radfahrende endlich als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmende wahrnimmt und Maßnahmen schnell umsetzt. Denn Fahrradfahren ist gelebter Klimaschutz”, sagt Friederike Benjes, Vertrauensperson des Bürgerbegehrens. “Wenn sich die Menschen dicht an dicht auf engen Radwegen drängen, während daneben mehrere Spuren für den Autoverkehr reserviert sind, stimmt etwas nicht in unserer Stadt”, ergänzt Dominic Egger, die zweite Vertrauensperson des Radentscheid.

    Ab 2022 soll die Stadt demnach jährlich zehn Kilometer Radwege neu bauen oder bestehende Routen auf einen vom Radentscheid geforderten Qualitätsstandard bringen. Radfahrende würden demnach nicht auf gleichen Wegen geführt wie Menschen, die zu Fuß gehen. Unter anderem sollen Radwege mindestens 2,30 Meter breit sein und im Sicherheitsabstand von 80 Zentimeter zu parkenden Autos verlaufen. Drei der gefährlichsten Kreuzungen möge die Stadt nach dem niederländischen Konzept der „Protected Intersection“ zu geschützten Kreuzungen mit klaren Sichtbeziehungen umbauen, so der Vorschlag des Radentscheids.

    Familienfreundliche Fahrradpolitik beginnt mit Parkplätzen vor Kitas für Lastenräder und Anhänger

    Die schwächsten Verkehrsteilnehmenden möchte der Radentscheid zum Maß für die Verkehrsplanung machen. So sollen bis 2025 vor Kindertagesstätten, Kindergärten und Grundschulen Autoparkplätze umgewidmet werden, um Lastenrädern und Anhängern Platz zu bieten. “Viele Familien setzen in Heidelberg auf das Fahrrad. Doch anstatt uns Eltern zu unterstützen, tut die Stadt bisher deutlich zu wenig, um Fahrradfahren mit Kind zu erleichtern”, sagt Dominic Egger, der Vater einer zweijährigen Tochter ist.

    Bis 2030 ein verkehrsberuhigter oder autofreier Bereich in jedem Stadtteil

    Neben mehr Sicherheit will der Radentscheid auch die Lebensqualität in Heidelberg erhöhen. “Spätestens seit der Corona-Krise ist klar: Menschen brauchen auch in der Stadt Raum für Erholung. Grüne und autofreie Bereiche spielen dabei eine wichtige Rolle.Außerdem zeigen die Beispiele anderer Städte, dass Geschäfte der Neuverteilung des öffentlichen Raumes ihren Umsatz deutlich steigern können. Der Heidelberger Einzelhandel braucht nach Corona den Radentscheid”, sagt Friederike Benjes. Bis zum Jahr 2030 soll daher in jedem Stadtteil mindestens ein verkehrsberuhigter oder autofreier Bereich neu entstehen. 

    Um das umfangreiche Radverkehrs-Programm auch umsetzen zu können, schlägt der Radentscheid vor, dass die Stadt jährlich 50 Euro pro Einwohner:in investiert. Bisher gibt Heidelberg sechs Euro für den Radverkehr aus, wie eine Studie der Universität Kassel aus dem vergangenen Jahr ergeben hat. Den Autoverkehr subventioniert Heidelberg demnach hingegen mit 240 Euro pro Jahr und Einwohner:in.

    Sieben Prozent der Wahlberechtigten in Heidelberg muss der Radentscheid im ersten Schritt zur Unterschrift überzeugen, um der Stadt ein Bürgerbegehren vorzulegen. Im Anschluss prüft die Stadtverwaltung, ob dieses formal gültig ist. Zur Bundestagswahl am 26. September möchte das Bündnis sein Programm dann in einem Bürgerentscheid zur Abstimmung stellen. Diesem könnte der Gemeinderat jedoch zuvorkommen, indem er die Forderungen des Radentscheids selbst beschließt.

    Eine Aufzeichnung der Konferenz finden Sie auf Youtube.

    Pressekontakt:

    Dominic Egger

    info@radentscheid-heidelberg.de

    0176 78627212

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